venerdì, aprile 11, 2008

Thomas Mann

„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit. Sollte man ihn nicht unergründlich nennen? ... Da denn nun gerade geschieht es, daß, je tiefer man schürft, je weiter hinab in die Unterwelt des Vergangenen man dringt und tastet, die Anfangsgründe des Menschlichen, seiner Geschichte, seiner Gesittung, sich als gänzlich unerlotbar erweisen und vor unserem Senkblei, zu welcher abenteuerlichen Zeitenlänge wir seine Schnur auch abspulen, immer wieder und weiter ins Bodenlose zurückweichen. Zutreffend aber heißt es hier 'wieder und weiter'; denn mit unserer Forscherangelegentlichkeit treibt das Unerforschliche eine Art von foppendem Spiel: es bietet ihr Scheininhalte und Wegesziele, hinter denen, wenn sie erreicht sind, neue Vergangenheitsstrecken sich auftun, wie es dem Küstenjäger ergeht, der des Wanderns kein Ende findet, weil hinter jeder lehmigen Dünenkulisse, die er erstrebte, neue Weiten zu neuen Vorgebirgen vorwärtslocken.“
(Thomas Mann, Joseph und seine Brüder 1, Fischer Bücherei, Hamburg 1967, S. 5)

Ich bin weder an der Nordsee noch in der Wüste gewesen, aber es macht mich neugierig, dass man sich unter den Dünen immer mehr in diese Ferne vorangetrieben fühlt.

1 commento:

Anonimo ha detto...

Non capisco il tedesco, ma mi sembra che sia un bel blog!
Andres